Diesen Beitrag widme ich der Uniklinik Köln, vor allem der Stereotaxie im Bettenhaus (12. Etage), in die ich hoffentlich keinen Fuß mehr setzen muss, da man dort so gut wie gar nicht über die Behandlungsmethoden aufgeklärt wird. Und Zeit ist eine echte Mangelware in diesem Gebäude was zum Universitätsklinikum Köln gehört. Aber das scheint heutzutage generell alle Krankenhäuser zu betreffen…

Die Zustände im Bettenhaus des Universitätsklinikum Köln waren zu der Zeit als ich dort stationär lag echt schlimm. Gut, ich war nur 2 Wochen da, was für ein umfassendes Bild eigentlich zu wenig ist, aber ich schreib es trotzdem mal auf was ich da so alles erlebt habe.
Es fängt ja schon damit an, das im Bettenhaus Umbau-, Renovierungs- und Sanierungsarbeiten im Gange sind, die teilweise sogar die Stationen betreffen, auf denen noch Patienten liegen. Dementsprechend sieht auch um das Bettenhaus Drumherum alles nach Baustelle aus. Nur am Haupteingang selbst sieht man davon nichts. Und es gibt einen Aufzug, der außen am Gebäude den alten Schrott runter und die neuen Sachen rauf fährt wie man auf Foto Nr. 249 gut sehen kann. Der macht einen Mordskrach und fährt von Morgens bis Abends fast pausenlos rauf und runter. Einige Patienten waren tagelang auf der Suche nach dem Geräusch, das dieser Aufzug verursacht. Ich hatte es schon am ersten Tag gesehen, da der direkt neben meinem Fenster unterwegs war. Ich lag in der 12. Etage und zu dieser Zeit wurde die 13. Etage saniert und war dementsprechend komplett gesperrt. Also auch nicht mit dem Personenaufzug zu erreichen. Die sanieren das Bettenhaus von oben nach unten wie man es auch auf Foto Nr. 266 und Nr. 245 sehen kann. Die obersten 4 Etagen sind bereits komplett modernisiert worden.
Vorher: Zusammenfassung

Fast den ganzen August durch hatte ich echt sehr schlimme Phantomschmerzen so das ich kaum laufen konnte. Bei jedem Schritt hats mich durchzuckt. Ich hab mir sogar manches mal auf die Zunge oder in die Lippe gebissen um nicht lauthals *Aua* rufen zu müssen. In Gegenwart von anderen versuche ich mir das aber nicht anmerken zu lassen. Nach langen hin und her habe ich mich entschieden in die Uniklinik Köln zu gehen um mich über die Elektrostimulation zu informieren, die mir ein Kölner Arzt vor Jahren mal empfohlen hatte. Da ich darüber mittlerweile eine Menge positives gehört hatte sah ich es als Möglichkeit endlich schmerzfrei zu werden. Zwar wären auch einige Operationen nötig, da die Elektroden im Rückenmark platziert werden, aber um die Schmerzen los zu werden tue ich jetzt alles. Denn die Phantomschmerzen werden von Jahr zu Jahr immer heftiger und ich kann sie langsam echt nicht mehr ertragen. Als ich dann im Gespräch mit einer Ärztin der Uniklinik Köln war und ihr von meinen Schmerzen erzählte, meinte sie plötzlich das ich dann wohl eher ein Kandidat für die Medikamentenpumpe mit intrathekalem Katheter wäre. Sie erinnerte mich nämlich während des Gesprächs an das TENS-Gerät, welches ich vor Jahren mal hatte. Leider war das nicht wirklich nützlich für mich. Zwar konnte mir dieses Stromimpulsgerät mit Elektroden auf der Haut einen Teil der Schmerzen nehmen, jedoch wackelte meine Schulter währenddessen wie ein Wackelpudding hin und her. Von daher hab ich das Gerät damals auch nicht weiter benutzt. Denn dieses wackeln/zittern ist echt unangenehm und es reicht mir schon, das ich es ertragen muss, wenn mir sehr kalt ist. Von dieser Medikamentenpumpe, die sie ansprach, hatte ich bis dahin noch nie gehört und es klang so was von verlockend wie sie mir das beschrieben hat:
Intrathekale Arzneimittelinfusion (IDD)
- nur 10 Tage stationärer Aufenthalt in der Uniklinik Köln
- danach nur noch alle 2 Monate zum auffüllen erscheinen
- man benötigt nur noch ein Bruchteil des Medikaments
- kurze Testphase von ein paar Tagen mit einer externen Pumpe um klären, welches das richtige Medikament für mich ist
- wahrscheinlich wird aber Morphium verabreicht
- kaum Nebenwirkungen da intrathekal
- Haltbarkeit der Batterie der Pumpe bis zu 7 Jahre, d.h. etwa alle 7 Jahre eine Op, bei der dann die Pumpe (Kostenpunkt: 30.000 Euro) ausgetauscht wird
- 2 kleine OPs, die unter lokaler Betäubung gemacht werden
Es kam mir vor wie in einem Traum und ich sagte zu. Alleine schon die Aussage das man wohl nur ein paar Tropfen vom Morphium braucht um die Schmerzen in den Griff zu bekommen war der entscheidende Satz, der mir Hoffnung gemacht hat. Denn ich hatte vor Jahren mal ein Morphium-Präparat welches mir fast zu 100% die Schmerzen genommen hatte. Allerdings war eine sehr hohe Dosis erforderlich und die Nebenwirkungen entsprechend stark. Und zack war der Termin auch schon fest im Kalender der Uniklinik Köln eingetragen. Noch nicht mal 1 Woche später sollte ich bereits zur stationären Aufnahme antanzen…
Das was mich bisher echt genervt hat war dieses ständige und regelmäßige bitten und betteln beim Arzt nach einem neuen Rezept. Es kam mir immer so vor als wenn ich erklären muss warum ich wieder ein neues Rezept benötige. Denn es war ja fast jedes Mal ein BTM-Rezept. Also ein Betäubungsmittel-Rezept. Weil normal erhältliche Schmerzmittel wie z.B. Valoron oder Katadolon muss ich schon kiloweise einnehmen damit sie bei mir ansatzweise eine Wirkung zeigen… Und BTM-Rezepte werden immer nur ungern verschrieben, da damit ja auch entsprechend vorsichtig umgegangen werden muss. In Köln ist es mir sogar mal passiert, das mein Hausarzt in Urlaub war und mir der Vertretungsarzt kein BTM-Rezept ausgestellt hat, weil er mir nicht geglaubt hat. Und das obwohl ich es brauchte. Selbst das aufgeklebte Pflaster auf der Haut und die letzte Verpackung, die ich im zeigte, konnte ihn nicht umstimmen. Glücklicherweise war es nur ein Wochenende, so dass ich Montags morgens direkt wieder zu meinem Hausarzt gehen konnte, der mir dann das Transtec Pro wieder verschrieben hat…
Tag 1: (07.09.2010) stationäre Aufnahme

Am 7.9.2010 war es dann so weit und ich hab mich früh morgens auf den Weg nach Köln gemacht. Ich bin für die stationäre Aufnahme um 11:00 Uhr in der 11. Etage in Zimmer 11 erschienen. Eigentlich war der Termin um 10:30 Uhr aber auf Grund der Tatsache das am Hauptbahnhof in Köln keinerlei Taxis standen und eine extrem lange Schlange von Menschen darauf wartete das Taxis auftauchen fragte ich meinen Freund ob sie mich zur Uniklinik fahren könne. Und das hat sie ja auch gemacht. So kam ich also erst um 11:00 in der Uniklinik an. Mir wurde dann, nachdem ich ziemlich lange warten musste, auf der 12. Etage in der Stereotaxie ein Zimmer zugewiesen und ich war somit Patient der Uniklinik. Und noch immer sah nichts danach aus, das der Aufenthalt länger als 10 Tage dauern sollte. Dann kamen einige Untersuchungen auf mich zu wie z.B. die Blutabnahme, röntgen, EKG und dann auch noch das Gespräch mit dem Anästhesisten, denn am nächsten Tag sollte ich ja bereits operiert werden.
Tag 2: Operation 1 – Kathetersystem einsetzen

Dann wars auch schon passiert. Der intrathekale Katheter wurde mir ca. 40 cm tief ins Rückenmark geschoben. Dafür wurde ein Schnitt von etwa 5 cm am Rücken gemacht und der Katheter durch ein Loch etwa 10 cm neben der Schnittstelle nach außen geführt. Das wurde extra so gemacht, falls sich der Ausgang entzünden würde. Ca. 1,5 Stunden nach der OP bin ich aus der Vollnarkose erwacht und aus dem Aufwachraum in mein Zimmer verlegt worden. Hab mir erst mal die OP-Bekleidung vom Leib gerissen und dann ein Foto gemacht, wie ich von hinten aussehe. Das Foto mit der Nr. 256. Ich war komischerweise sehr fit, was ich so nicht erwartet hätte. Obwohl man mir ja gesagt hatte das ich unter lokaler Betäubung operiert werden sollte. Auch der Narkosearzt am Abend vor der OP hatte von einer lokalen Betäubung gesprochen mich aber auch über die Vollnarkose aufgeklärt, da er nicht genau wusste welche Narkose jetzt bei mir tatsächlich angewendet wird. Ist schon komisch, wenn das nicht wirklich klar ist obwohl Anfangs mit einer lokalen Betäubung geworben wurde. Hab an diesem Tag auch eine Schmerzmittelinfusion bekommen… Allerdings hat sich die Schwester geweigert mir den Zugang danach zu entfernen. Der wurde mir ja während der OP gelegt und niemand hat drüber nachgedacht, das ich mit nur einem Arm so auf fremde Hilfe angewiesen bin. Das mich das Ding in der Hand sehr stört interessiert sie gar nicht. Ich komme damit ja noch nicht mal in die Hose um meinen Schwanz zum pissen raus zu holen um es mal deutlich zu sagen. Ich habe nur eine Hand!! Aber das haben die einfach ignoriert. Echt unverschämt sich mir gegenüber so zu verhalten. Weil die Schwester das nicht machen wollte hab ich es halt selbst gemacht und mit dem Mund zuerst das Pflaster abgelöst und dann den Zugang raus gezogen. Mein Zimmernachbar, ein etwas älterer Herr, hat direkt mit mir geschimpft weil das ja jetzt bluten würde. Im selben Moment schoss das Blut auch schon los in Richtung Bett, Boden und auch auf meine Klamotten die ich an hatte. Hab dann direkt nen Packung Taschentücher drauf gepresst und bin ins Schwesternzimmer gerannt. Die Schwester war entsprechend böse, hat mich aber doch ganz lieb mit nem dicken Tupfer verklebt um die Blutung zu stoppen…
Am Abend so gegen 21:00 hatte ich so einen extremen Durst. Alle Getränkevorräte waren bereits aufgebracht und der Krankenhauskiosk hatte schon lange geschlossen. Das Sprudelwasser welches man im Krankenhaus kostenlos bekommt hat geschmeckt wie Pisse. Deswegen habe ich mich mit einer Unterschrift bei der Nachtschwester abgemeldet, das ich jetzt für ca. eine halbe Stunde das Krankenhausgelände verlasse um mich vorsichtig auf die Suche nach einem Kiosk zu machen. In der Zülpicher Straße wurde ich dann auch fündig. Bin dann auch wieder gemütlich zur Uniklinik zurück gegangen. Natürlich mit der entsprechenden Vorsicht und dem nötigen Abstand zu anderen Menschen. Nicht das mir den Katheter noch jemand aus Versehen raus zieht und mir dann unter Umständen Liquor cerebrospinalis (Hirnwasser) hinten aus dem Loch raus läuft…
Tag 3: externe Morphiumpumpe angeschlossen

Nun war der Katheter drin und gucke aus meinem Rücken raus. Denn bevor die Medikamentenpumpe unter die Haut verlegt wird, muss erst mal getestet werden, welches Medikament das richtige ist und in welcher Dosierung dieses benötigt wird. Einen Tag nach der OP kam dann Dr. Rie., der Arzt der mich auch operiert hatte, mit der externen Medikamentenpumpe in mein Zimmer und hat diese angeschlossen und eingestellt. Startdosis: 1 mg Morphium (MSI) intrathekal pro Tag. Also innerhalb von 24 Stunden wird von der Pumpe 1 mg ins Rückenmark gespritzt. Das klingt nicht viel ist es aber. Um dieselbe Wirkung mit Tabletten zu erreichen muss man etwa 100 mg einnehmen. Nun war die Pumpe angeschlossen und das Morphium somit auf dem Weg in mein Rückenmark. Das sollte bis zu 24 Stunden dauern bis es da ankommt. Denn die Pumpe muss das Morphium ja erst mal durch den ca. 60 cm langen Katheter drücken…
Tag 4: es blutet

Noch bevor Tag 4 richtig begonnen hatte wurde ich mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen. Es fühlte sich plötzlich so an, als hätte mir jemand mit einem Hammer auf den Rücken gehauen. Hab natürlich gleich den Hilfeknopf gedrückt um der Nachtschwester Bescheid zu geben, das sie mal in Zimmer 12.017 nach dem Rechten schaut. Es dauert jedoch ziemlich lange bis sie tatsächlich auftauchte. Hab ihr dann gesagt, das ich sehr starke Wundschmerzen habe woraufhin ich von ihr Novalgin und Tramal im Mix bekommen habe. Ich glaube es waren gut 2 Stunden vergangen, es war kurz vor 06:00 Uhr, als ich erneut die Nachtschwester bemühen musste, denn ich merkte plötzlich wie es ein wenig feucht und warm wurde am Rücken. Die Wunde war “etwas” am bluten. Da wo der Katheter nach außen geführt wurde lief das Blut raus. Hab dann aber nicht mehr den Knopf gedrückt sondern bin direkt Richtung Schwesternzimmer geflitzt. Die Schwester war dann auch nach dem säubern der Wunde so nett und hat für mich 2 Fotos gemacht (Nr. 261 und Nr. 262). Und ja, sie hat mich mitten im Flur der Stereotaxie verbunden.
Es hat tatsächlich fast 24 Stunden gedauert bis die Wirkung des Morphins einsetzte. Allerdings habe ich das nur allgemein gefühlt, jedoch keine Veränderung der Phantomschmerzen wahrgenommen. Leider.
Tag 5: 2 mg Morphium

Am 5. Tag wurde die Dosis des Morphiums (MSI) dann das erste Mal erhöht. Und zwar von 1 auf 2 mg. Dazu wurden nur die Einstellungen der externen Pumpe verändert. Dieser Tag war auch sonst ziemlich Ereignisreich. Der Verband ist ständig abgegangen. Immer wieder wurde ich neu verbunden. Die Nebenwirkungen vom Morphium waren innere Hitzewallungen, als wäre ich in einer Dampfsauna, ziemlich heftiges Sodbrennen, ein sehr lang anhaltender Schluckauf (der sogar fast 24 Stunden gedauert hat) und Probleme beim Pippi machen (Man denkt man muss aber es kommt dann doch nix…). Da ich die Nacht zuvor kaum geschlafen hatte, habe ich tagsüber immer mal wieder die Augen zugemacht. Am späten Nachmittag hat sich dann der Phantomschmerz etwas gelegt. Zwar war das Phantomgefühl noch ziemlich präsent, aber es tat nicht mehr so weh. Im Nachhinein betrachtet denke ich das zum einen dieser Tramal/Novalgin-Mix in Verbindung mit dem Morphium und dem immer noch vorhandenen 50ziger Fentanyl-Pflaster dafür verantwortlich waren. Das muss man sich mal vorstellen, das ich mit dem was alles an Schmerzmittel drauf und drin hatte an diesem Tag und ich war trotzdem nicht Phantomschmerzfrei…
Als ich am Nachmittag mal wieder zum rauchen draußen war, entdecke ich jemanden, der 2 dicke Schläuche im Bauchraum hatte, die mit einem Einkaufstrolli verbunden waren. Ich hatte mich echt erschreckt, was das wohl zu bedeuten hatte. Heute weiß ich das der ein Kunstherz hinter sich her gezogen hat. Er hatte also kein eigenes Herz mehr im Brustkorb.
Eigentlich hatte ich an diesen Tag vor nach Betzdorf zu fahren um in meiner neuen Wohnung nach dem Rechten zu sehen und auch um die Blumen zu gießen. Jedoch wurde mir das von 2 Ärzten verboten, weil bei mir ja die externe Schmerzmittelpumpe angeschlossen war. Sie meinten, ich könne, wenn ich wolle fahren, aber dann würden sie vorher die Pumpe abklemmen und die intrathekale Ausleitung ordentlich verkleben… Wenn ich wieder zurück bin würden sie die Pumpe wieder anschließen. Ich habe mich dann entschieden nicht zu fahren, gerade auch weil es mir ja nicht so gut ging. Hab dann meinen besten Freund gebeten, nach Betzdorf zu fahren, um in meiner Wohnung nach dem Rechten zu sehen. Letztendlich war das aber vernünftig von mir, nicht zu fahren. Denn es wäre einfach zu gefährlich gewesen. Aber ich war schon ziemlich traurig deswegen.
Abends hab ich mir dann erst mal was zu essen bestellt. Und zwar habe ich im Ferkulum angerufen und Gyros mir Pommes bestellt. Ein Taxifahrer hats dann geliefert. Das war zwar etwas teurer als es normal über nen Lieferservice zu bestellen, aber so hatte ich die Gewissheit, das auch schmeckt. Und es hat geschmeckt. Echt lecker…
Tag 6: Wirkung bleibt aus

Jetzt weiss ich auch wo meine linke Hand ist. 
Am Nachmittag war eine Freundin mit ihrer Tochter bei mir zu Besuch. War sehr schön das ihr 2 da wart. Das ist das was man als Patient benötigt. Richtige Ablenkung von Menschen die man lieb hat. Und ich habe dank euch beiden sogar was gegessen obwohl ich den Tag über ja wegen des Morphins so gut wie keinen Appetit hatte. Auch wenns nur ein paar Kinderriegel und ein Twix waren. 
Am Abend kam dann noch mein besser Freund zu mir. Er hat sogar die Urne von Giszmo mitgebracht (Fotos Nr. 269, 270, 271 und 295), was ich sehr schön fand. Denn die hatte er 2 Tage vorher erst zurück bekommen. Giszmo wurde ja von uns eingeäschert – nachdem er eingeschläfert werden musste. Auch meine Festplatte hat mir mein Freund mitgebracht, die sie am Tag vorher aus meiner Wohnung geholt hatte. Denn obwohl ich in der Uniklinik fest saß wollte ich zumindest schon mal meine Bewerbungsunterlagen für die Suche nach einer neuen Praktikumsstelle überarbeiten. Da ich den Samstag ja ursprünglich nach Hause wollte um in meiner Wohnung nach dem Rechten zu schauen, hat die Krankenschwester mir unterstellt, das ich ohne Erlaubnis die Klinik verlassen habe. Dabei war sie sogar dabei als mein Freund mich besuchen kam um mir unter anderem die Festplatte zu geben. Finde die Verhaltensweisen der Krankenschwester da echt unter aller Sau. Denn obwohl sie im Zimmer war, als mein Freund mit einer schweren Tasche ins Zimmer kam, hat sie trotzdem den Arzt informiert, das ich wahrscheinlich die Klinik verlassen habe… Das kann doch net sein. Ist die blind? 
Das Morphium hat an diesem Tag fast wie Cannabis gewirkt. Ich hab mich gefühlt als hätte ich 2 oder 3 fette Joints geraucht. Musste etliche Male raus an die frische Luft und habe so bestimmt 10 km auf dem Gelände der Uniklinik Köln zurück gelegt. Dafür waren die Schmerzen an diesem Tag relativ erträglich. Auch wenn ich innerlich echt auf den Klick gewartet habe, der quasi den Schalter umlegt und mir zeigt, dass das was mir die Ärztin im Informationsgespräch 1 Woche vor der stationären Aufnahme erzählt hatte auch tatsächlich eintritt. Aber das passierte an diesem Tag leider nicht. Also muss wohl nochmal erhöht werden.
Tag 7: Der Typ muss raus

Das ganze Wochenende war ich alleine im Zimmer, da der ältere Herr, zu dem ich aufs Zimmer gekommen war, am Freitag die Uniklinik verlassen konnte. Der heutige Tag fing echt gut an. Gegen 10:30 geht die Tür auf und die Schwester sagt: “Herr Roth, sie haben einen neuen Bettnachbarn.” Ein Typ, etwa 40 Jahre alt kommt auf Krücken ins Zimmer und sagt:
Der Typ muss raus. Ich wollte ein Doppelzimmer für mich alleine haben.
Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen. Was denkt der wo der hier ist? Im Hilton? Und er war echt angepisst deswegen. Seine Frau und sein Sohn haben ihn begleitet. Nachdem er sich mit der Schwester unterhalten hatte, hab ich dann mitbekommen, das er eigentlich ein Einzelzimmer haben wollte, momentan aber keins frei ist. Und nen Doppelzimmer alleine zu belegen ist glaube ich nicht möglich. Ich weiß es nicht. Fand die Begrüßung von ihm aber unter aller Sau. Was fällt dem ein? Was denkt er wer er ist? Ein König? Am Abend dann, als ich mich mit ihm unterhalten habe, erfuhr ich dann warum er ein Zimmer für sich alleine haben möchte. Er wird am nächsten Tag am Gehirn operiert. Eine Biopsie wird bei ihm durchgeführt um zu klären ob der Tumor der in seinem Kopf steckt bösartig ist oder nicht. Schlimme Sache das. 
Dann lass ich bei Facebook in der Gruppe/Fanseite “Unnützes Wissen” folgende Meldung:
“Heroin” war ursprünglich der Markenname von Bayer für Morphium und wurde in einer massiven Werbekampagne in zwölf Sprachen als ein oral einzunehmendes Schmerz- und Hustenmittel vermarktet.
Dann wollte ich zum rauchen raus gehen und fahre mit dem Aufzug runter. Während der Fahrt kam ich kurz mit einer Frau ins Gespräch. Sie wollte wissen warum ich denn hier hier Patient bin. Ich sage ihr das ich wegen Phantomschmerzen hier behandelt werde. Sie sagt darauf nur folgendes:
Das ist doch ein gutes Zeichen.
Und schon steigt sie aus dem Aufzug aus und verschwindet… Sind Phantomschmerzen jetzt gut oder schlecht? Ich überlege. Für eine Armtransplantation könnte das gut sein oder? War das eine Ärztin die sich auskennt oder war sie nur eine Studentin die keine Ahnung hat? Öhm… Hab bis heute dazu nichts finden können. Und auch keiner der Ärzte die ich angesprochen habe, konnte mir das erklären…
Tag 8: Ohropax

Dieser Tag war echt der Hammer. Zum einen ging es mir auf Grund der Wirkung des Morphiums nicht gut und zum anderen war der Krach auf der 12. und 13. Etage echt heftig. Die Uniklinik Köln wird schon seit längerem komplett saniert, renoviert und modernisiert. Von oben haben die damit angefangen. Zum Zeitpunkt meines Aufenthalts waren die in der 13. Etage beschäftigt und mussten immer wieder mal in der 12. Etage Hand an legen um Leitungen und Rohre usw. nach unten durch zu ziehen. Die haben so einen Krach gemacht das ich unerlaubter Weise das Klinikgelände verlassen habe um mir in einer Apotheke Ohropax zu kaufen. Ich konnte dieses klopfen und hämmern echt nicht mehr ertragen. Zum Glück war an diesem Tag auch mein bester Freund mit ihren Eltern da, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe. Denn ihre Eltern kenne ich mittlerweile auch schon 15 Jahre. Das mein Freund mich besuchen kommt wusste ich ja. Das aber auch ihre Eltern mitkommen, war echt eine schöne Überraschung. 
An diesem Tag habe ich das wieder mal gefragt, wann ich jetzt mit dem Einbau der Pumpe unter die Haut rechnen kann. Aber auf diese Frage wollte oder konnte mir keiner der 3 Ärzte eine Antwort geben. Weder Dr. Rie. noch Dr. Run. noch Fachbereichsleiter Dr. Kou.. Denn wenn ich am 10. Tag entlassen werden soll, müsste sie ja spätestens am 9. Tag eingebaut werden. Aber da das Morphium ja noch keinerlei Wirkung zeigte… Dr. Run meinte sogar flapsig zu mir, das es sein könnte das ich noch bis Ende des Jahres hier bleiben muss. Das wären dann insgesamt 4 Monate. Ich war echt geschockt!!!!! Warum erzählt mir die Ärztin denn was von 10 Tagen? Ich war echt am Boden zerstört. Denn ich tu mich schon schwer überhaupt in der Uniklinik zu liegen. 2 Wochen sind da schon wie eine Ewigkeit, aber 4 Monate schaffe ich niemals. Auch damals, als mit der linke Arm amputiert wurde, hat man mich nach 4 Wochen auf eigenen Wunsch (und eigenes Risiko) entlassen. Vorzeitig. Obwohl die sogar noch eine 2. Hauttransplantion geplant hatten. Aber ich bin kein Mensch, der Wochen oder sogar Monate im Krankenhaus abhängen kann. Hatte auch ne Krankenschwester auf Dr. Run. angesprochen. Sie meinte der wäre so und ich solle mir nicht zu viele Gedanken machen wegen dem was er gesagt hatte. Wenn ich wirklich noch bis nächsten Freitag hier bleiben müsste wäre ich der Patient der am längsten für diese Pumpe hier gewesen wäre. Das wären dann insgesamt 18. Tage…
Auch die Phantomschmerzen waren an diesem Tag echt krass. Es kam mir wieder so vor, als wenn jemand mit einer Nadel in meine nicht vorhandenen Fingerspitzen sticht. Ich hatte Tränen in den Augen. Und die Krankenschwestern hat das nicht interessiert. Als ich mal zu meinem Hausarzt gegangen war und ihm das erzählte hat er mir direkt ne Infusion verpasst, die mir den Schmerz genommen hat. Aber in der Uniklinik hab ich an diesem Tag nichts bekommen. 
Dann wurde ich auch ein paar Stunden durch ein heftiges jucken drangsaliert. Ich bin irgendwann zu einer Schwester hin um zu fragen ob die mir was auf die Narbe machen können damit die net mehr so juckt. Die zieht das Pflaster ab und sagt zu mir ich soll mal mit den Fingern davon bleiben da das gar nicht gut aussieht. Wooosss??? Ich war da noch gar net dran. Ist mir schon klar, dass ich da net dran jucken darf.
Tag 9: 4 mg Morphium

Ab diesem Tag bekam ich plötzlich Antibiotika, da sich die Wunde entzündet hatte. Denn Dr. Rie. hatte sich bei der Visite am frühen Morgen die Wunde angeschaut. Dass er das in den 30 Sekunden überhaupt geschafft hat ist ein Wunder! Denn länger als 30 Sekunden war die Visite bei mir nie. Habe von der stark entzündeten Wunde auch ein Foto gemacht, welches ich aber nicht veröffentlicht habe. Denn die Narbe sah da schon ziemlich schlimm aus. Das Antibiotikum hätte ich eigentlich von Anfang bekommen müssen, da ich eine externe Ausleitung eines Katheters im Rückenmark hatte, über die sich Bakterien bis ins Rückenmark hätten vorarbeiten können. Zum Glück ist das nicht passiert. Das war auch wieder so was, was nicht richtig gelaufen ist. Da haben die versäumt mir Antibiotika zu geben. Und dann legt man mir die Tablette einfach nur auf den Tisch und sagt mir noch nicht mal was ich da jetzt plötzlich einnehmen soll. Da ich aber nicht einfach alle Tabletten kommentarlos in mich rein werfe, habe ich die Schwester gefragt, was das für ne Tablette ist. Sie hats mir dann erklärt.
In der ersten Woche habe ich etwas mehr als 2 kg abgenommen… Wurde von meiner Freundin darauf hingewiesen. Ich wollte das zuerst nicht glauben, aber als ich auf der Waage stand wars dann auch klar.
Und heute wurde dann auch wieder die Dosis erhöht. von 2 mg auf 4 mg. Das echt mal ein grosser Schritt gewesen und ihr werdet noch lesen, was ich davon habe. Ich hab schon vor dem erhöhen mit der Brechschale im Bett gelegen. Und ich werde sie noch öfter brauchen.
Am späten Nachmittag war ich dann in der Kirche. Ich habe zu Gott gebetet. Denn mich hat das zu dieser Zeit echt extrem belastet. Ich wusste keinen anderen Ausweg mehr als zu beten. Da ich schon seit fast 20 Jahren nicht mehr in der Kirche war wusste ich gar nicht mehr wie das geht. Ich hab die Kirche betreten, mich ziemlich mittig auf die Bank gesetzt und einfach angefangen vor mich hin zu reden. Hab dabei zum Altar geschaut und gehofft, das “er” mich hört. Ungestört war ich zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr, da der örtliche Chor dabei war, seine Proben vorzubereiten. Aber davon habe ich mich nicht stören lassen.
Gegen 19:00 Uhr dann fühlte ich langsam wie das Morphium in mir zu wirken begann. Ich konnte einige Zeit fast nichts mehr lesen, sah nur noch alles unscharf. Eine sms zu schreiben war gar nicht mehr möglich. Auch war mir wieder richtig schlecht. Auf kotzen aber hatte ich keine Lust. Hatte ja eh nix mehr im Magen, da ich mich tagsüber schon einige mal übergeben musste. Hab versucht ne Pommes mit Currywurst zu essen. Allerdings hat die absolut nicht geschmeckt. Bäh. Und ich bin extra nen ganzes Stück gelaufen um ne Frittenbude zu finden. Die Erhöhung von 2 mg auf 4 mg wird aber erst noch richtig zuschlagen.
Tag 10: Übelkeit steigert sich

Habe die Nacht auf Tag Nr. 10 zwar durch geschlafen bin aber schon mit Übelkeit wach geworden und musste mich auch fast direkt nach dem wach werden das erste Mal übergeben. Schon ziemlich ätzend, wenn man sich übergeben muss aber nichts da ist, was raus kommt… Bahhh… Hab dann irgendwann auch mal ein Anti-Übelkeits-Zäpfchen bekommen. So was mag ich ja gar nicht, aber mir gings danach etwas besser. Den Rest des Tages habe ich mit schlafen verbracht. Nicht am Stück sondern immer mal ne Stunde und bin dann wieder wach geworden von den heftigen Nebenwirkungen.
Habe Abends einen einarmigen Security-Mitarbeiter der Uniklinik getroffen. Im fehlt der rechte Arm seit einem Unfall vor 30 Jahren. Der hat seit dem Unfall noch nie Phantomschmerzen gehabt. Er kann sich darunter auch nichts vorstellen. Sein linker Arm wurde sogar noch schlimmer zerfetzt als meiner… 
Dann hatte auch zum ersten Mal der Vodafone-Websessions-Stick Probleme gemacht. Ich konnte mich nicht mehr einwählen. Aber ich hatte eh zu nichts Lust. Mir gings einfach überhaupt nicht gut.
Bekam dann irgendwann auf eigenen Wunsch eine Flüssigkeitsinfusion. Da ich weder essen noch trinken konnte. Das wäre aber nicht so schlimm (laut Schwester), einen Tag nichts zu essen oder zu trinken. Habe aber trotzdem eine Infusion verlangt. 3x hat sie versucht, mir den Zugang auf dem Handrücken zu legen. Da kam aber kein Blut… Warum auch immer. Sie wollte den Zugang dann eigentlich wieder mal in die Beuge des rechten Arms machen. Das habe ich erneut aber dankend abgelehnt. So könnte ich mich noch nicht mal mehr an der Nase kratzen. Deswegen hab ich dann drauf bestanden, das sie den Fuß nimmt. Und das hat mal richtig weh getan. Auch da hat sie erst 2x versucht, nen Zugang zu legen. Erst beim 3. mal hats dann geklappt. So lag ich halt knapp 2 Stunden da rum. Der Gang zur Toilette war so echt ein Krampf. Aber lieber so, als das ich den einen Arm den ich habe nicht mehr bewegen kann.
Tag 11: Fressorgasmus

Mir gings wieder etwas besser heute, aber das Kantinenessen konnte ich nicht mehr sehen und bin deswegen unerlaubter Weise mit meinem besten Freund, der mich wieder besucht hat, zum Ferkulum gefahren. Hab mir ein Wiener Schnitzel (geschnitten) mit Pommes und Majonäse geholt. Bor lecker echt.
:-D:-D:-D:-D Fressorgasmus
:-D:-D:-D:-D
So aus gehungert wie ich war kam das echt gut. Hätte es am liebsten gleich 2x bestellt. Aber übertreiben muss man es ja auch nicht.
Geschnitten bedeutet, dass ich einfach nur bestelle: “1 Schnitzel geschnitten mit Pommes und Majo”. Das heißt die wissen direkt, das ich das Schnitzel klein geschnitten bekomme. Die machen das dann mit einer Schere oder nem Elektromesser und schneiden das klein – fast wie Mama das früher gemacht hat als ich noch ein “Klein Hollii” war…
Da man mich im Ferkulum schon seit über 10 Jahren kennt, war man entsprechend geschockt über meinen Zustand. Total blass und krank würde ich aussehen hat der eine Mitarbeiter gesagt. Das ist auch anderen Patienten in der Uniklinik aufgefallen, dass ich ziemlich schlecht aussehe. Nur den Ärzten und Schwestern nicht.
Sonst war an diesem Tag nichts los. Außer das ich noch was in Punkto Verdauung bekommen habe. Eine der Hauptnebenwirkungen des Morphiums ist “harter Stuhl”. Mehr möchte ich dazu auch gar nicht schreiben, da ich das Thema selbst net so interessant finde… Mit entsprechenden Getränken (lösliche Pülverchen) lässt es sich damit aber ganz gut leben.
Tag 12: es brennt!!!

Ich wurde im kurz nach 01:00 Uhr in der Nacht wach. Warum? Weil der Opa neben mir trotz Ohropax in den Ohren von meinem Schnarchen wach geworden ist. Er ist normalerweise auch ein Einzelzimmerpatient. Zuerst hat es wohl mit rufen versucht und ist dann, nachdem ich nicht reagiert habe, aufgestanden und hat mich wach gerüttelt. Er meinte:
Zieh dir was an und geh eine rauchen. Ich will schlafen!
Wooosss??? Hat der se noch alle? Ich denke das jemand schnarcht, das muss man gerade in einem Doppelzimmer im Krankenhaus in Kauf nehmen. Und das ich so laut schnarche glaube ich nicht. Wahrscheinlich ist er nur sehr empfindlich. Wenn er schon seit 30 Jahren mit Ohropax schlafen geht… Auch wenn er lieber ein Zimmer für sich gehabt hätte. Habe seinem Befehl aber Folge geleistet und bin zum rauchen raus gegangen. Lief dann wieder ne Runde auf dem Gelände der Uniklinik umher und entdeckte dann vor der Psychiatrie die Feuerwehr. Einer der Patienten in der Psychiatrie hatte sein Bett angezündet. Es brannte ganz schön so das gleich fast 20 Fahrzeuge der Feuerwehr zum Einsatzort gekommen sind. Gut gemacht. Es wurde niemand verletzt nur einige der Patienten in der Psychiatrie mussten wegen einem Schock behandelt werden.
Hab danach dann auch noch mit einer Freundin telefoniert der es nicht so gut ging zu diesem Zeitpunkt. Hab dann aber gesagt sie solle mich anrufen (ist für sie eh kostenlos). Obwohl ich schon ziemlich müde war. Aber wenns einem Freund oder einer Freundin nicht gut geht, sollte man schon ein offenes Ohr haben und versuchen zu helfen. Deswegen war es auch mitten in der Nacht für mich selbstverständlich mit ihr zu telefonieren. Nachdem ich dann fast die ganze Nacht wach war, hab ich mich gegen 06:30 Uhr dann doch mal hingelegt und bin auch direkt eingeschlafen. Aber davon hatte ich nicht viel. Denn obwohl die Schwester wusste, dass ich mich erst gegen 06:30 schlafen gelegt habe, hat sie mich um kurz nach halb 8 geweckt um bei mir Blutdruck, Puls und Temperatur zu messen. Da frage ich mich, was das soll? Kann man das dann nicht einfach später machen? Muss man jemandem dem es nicht gut geht und der eh kaum geschlafen hat, dann extra wecken wenn man weiß er schläft erst kurz. Die Schwester kann froh sein das ich mich unter Kontrolle habe. Ich war kurz davor der eine zu knallen. Denn sie hat mich sehr brutal geweckt in dem sie die Bettdecke weggezogen hat und ganz laut geschrien hat, das ich endlich wach werden soll.
Eine Freundin von mir war wieder zu Besuch, die mit der ich bereits in der Nacht telefoniert habe, und als sie wieder weg war, sprach mich der Opa neben mir und meinte:
Ihre Freundin, die eben da war ist eine herzensgute Frau. Tun sie ihr um Gottes Willen nicht weh. Sie ist ein todguter Mensch und hat sehr treue Augen und ist bestimmt die Liebe in Person!
Er hat sie noch nicht mal 15 Minuten gesehen aber ich muss sagen er hat Recht. Ich bin froh das ich sie kennengelernt habe. Den Namen möchte ich aber nicht nennen, denn ich möchte es generell in Zukunft vermeiden hier im Blog Namen zu nennen. Es reicht schon wenn ich in der Öffentlichkeit stehe und dadurch den eine oder andere Stolperstein vor die Füße geschmissen bekomme…
Dann wurde die Pumpe neu befüllt. Da ich ja schon 4 mg Morphium bekomme, muss die 10 ml Pumpe entsprechend häufiger befüllt werden. Und da kommen wir dann auch schon zum nächsten Punkt der aus dem Vorgespräch geschönt wurde. Alle 2 Monate zum auffüllen kommen klappt nur dann wenn die Dosis entsprechend niedrig ist. Genau weiß ich es nicht, aber jemand der 10 mg Morphium bekommt, muss alle 4 Wochen zum auffüllen in die Uniklinik kommen. Und ich denke das selbst 10 mg bei mir nicht ausreichen werden. Das heißt, wenn ich vielleicht 20 mg Morphium benötige muss ich wahrscheinlich alle 8 Tage oder so zum auffüllen da hin. Damit wäre ich ja nicht besser dran, als mit Tabletten. Es wurde im Infogespräch echt alles schön geredet von der Dame. Wahrscheinlich hält dann die Batterie der Pumpe auch keine 7 Jahre sonder nur 3 Jahre… Aber diese Punkte konnte oder wollte mir niemand beantworten. So oft ich auch gefragt habe. Deswegen war an diesem Tag für mich schon klar, das ich die Behandlung abbrechen werde. Aber die Dosis sollte ja nochmals erhöht werden. Da eh Wochenende war (Samstag) dachte ich mir, ok, das nehme ich noch mit. Dr. Rug. kam dann zu mir um die Dosis zu erhöhen. Nachdem er ca. eine viertel Stunde an der Pumpe rum gespielt hat, meinte er geht mal die Bedienungsanleitung lesen und kommt dann wieder. Als er wieder kam gings dann auch recht schnell und weg war der Doc wieder. Als es mir am Abend dann wieder schlechter ging wollte ich die Pumpe eigentlich schon selbst abklemmen. Die Nachtschwester, eine ganz liebe, hat mich dann aber in einem langen Gespräch dazu überredet, zumindest noch bis zum nächsten Tag zu warten bis die 5 mg richtig wirken. Ok dachte ich mir, sie hat sich so viel Mühe gegeben mit mir zu reden, lasse ich sie halt bis mindestens morgen noch dran. Den Opa neben mir das Gespräch mit der Schwester wohl extrem gestört. Denn als ich vom rauchen wieder ins Zimmer kam war der weg und mit ihm alle seine Sachen. Es stand nur noch ein in Folie eingepacktes Bett da.. Und niemand der mir gesagt hat was los war. Komisch…
Tag 13: Pumpe abgeklemmt
In der Nacht ging es mir überhaupt nicht gut. Es fühlte sich irgendwie so an, als wenn ich jederzeit ne Panikattake oder so kriege. Hab auch direkt der Schwester Bescheid gesagt, die aber anders reagierte als ich erwartet habe. Sie meinte:
Dann sehe ich mich jetzt gezwungen einen Psychiater zu rufen. Denn ich bin alleine un kann mich nicht wehren.
Ich dachte die will mich verarschen. Ich habe Angst Panik zu kriegen und ich habe nicht gesagt das ich hier alles kurz und kein schlage oder die Nachtschwester angreifen möchte. Es fühlte sich ein bisschen so an, als wäre ich in einem Film und würde jeden Moment zusammen brechen. Deswegen hab ich der Schwester auch direkt Bescheid gesagt in der Hoffnung, dass sie mir ne Schlaftablette oder ein Beruhigungsmittel gibt. Wir haben uns dann aber doch noch ganz nett unterhalten und sie hat nicht einen Psychiater um Hilfe gebeten. Das wäre auch nicht notwendig gewesen. Ich weiß nicht genau was eine Panikattacke ist, nur ein anderes Wort fiel mir nicht ein für das wovor ich Angst hatte. Es ist aber dann auch nicht eingetreten. Hab von ihr dann auch eine Schlaftablette bekommen die sehr schnell gewirkt hat.hab bis kurz nach 08:00 Uhr durch geschlafen. Und die Phantomschmerzen waren noch immer unverändert stark. 
Und plötzlich hatte ich richtig Angst vor der Morphiumpumpe. Ich kann wenn mir die Pumpe im Bauchraum eingebaut wurde dem Morphium nicht mehr entkommen. Und dieses Gefühl gefällt mir nicht. Ich fühlte mich mit der externen Pumpe schon nicht mehr wohl. Deswegen breche ich das ganze lieber ab bevor es kein Zurück mehr gibt. Tabletten kann ich mal nicht mehr nehmen. Einfach mal pausieren. Das Morphium via intrathekaler Pumpe fliesst ohne Pause in mich sein und ich kann es net mehr unterbrechen auf Jahre gesehen. Deswegen habe ich dann drauf bestanden, das die Pumpe abgeklemmt wird. Ich habe aber nicht drüber nachgedacht, das ich dann vielleicht in einen Entzug rein falle. Die Ärzte und Schwestern scheinbar auch nicht, denn die Schwester kam und hat die Pumpe entfernt, den externen Ausgang des Katheters fachmännisch verklebt und weg war sie. Ich fühlte mich gleich leichter… Gegen 21:00 Uhr kam dann der Narkosearzt zu mir, denn ich sollte direkt am nächsten Tag operiert werden. Stehe aber als letzter auf dem OP-Plan. Genauer gesagt als fünfter. Der Narkosearzt meint, das ich wohl erst gegen 12:00 Uhr dran kommen werde. Das heißt ich darf ca. 6 Stunden nicht rauchen. Das schaffe ich niemals…
Tag 14: Keine Lust mehr

Warten war an diesem Tag meine Hauptbeschäftigung. Den ganzen Morgen habe ich drauf gewartet in den Op geschoben zu werden. Auch wenn man am Vortag von 12:00 Uhr gesprochen hatte, kann es passieren, das man trotzdem früher dran kommt. Bin zwischendurch aber immer mal wieder runter um eine zu rauchen. Um 14:15 Uhr kam die Schwester dann rein und meinte:
Dr. Rie. hat keine Lust mehr heute. Sie werden morgen operiert!
Na toll. Da ich von ca. 11:00 Uhr nicht mehr zum rauchen unten war, bin ich erst mal raus an die Luft gegangen. Ich war echt sauer. Den Rest des Tages habe ich mit schlafen verbracht. Ich glaube ich habe von Samstag bis Montagabend insgesamt bestimmt 40 Stunden geschlafen. Ich war gerade wach und schon war ich wieder am schlafen.
Und dann hat auch noch der Entzug vom Morphium eingesetzt. Ich war am zittern ohne Ende, mir war gleichzeitig kalt und heiss und ich konnte weder ruhig sitzen noch liegen. Den ganzen Montagabend und die ganze Nacht durch bin ich wie blöd auf dem Geländer der Uniklinik herumgelaufen. Es war echt schlimm. Hab wegen den Entzugssymptomen dann alle paar Stunden Morphium direkt in die Bauchdecke gespritzt bekommen. Zusätzlich gabs noch verschiedene Tabletten deren Namen ich leider nicht mehr weiß. War aber wohl alles Morphium. Hätten die mich langsam runter gefahren wäre es dazu gar nicht gekommen.
Tag 15: Operation 2 – Kathetersystem entfernt

Heute ist der 4. Tag an dem ich nichts gegessen habe. Auch getrunken habe ich die letzten Tage nicht sehr viel. Ausserdem habe ich die ganze Nacht nicht geschlafen und musste mich auch immer noch übergeben. Fast jedes Mal nachdem ich was getrunken oder gegessen habe. Ich bin auch wieder sehr viel gelaufen. Der Nachtwächter ist schon aus lauter Langeweile auf seinem Bürostuhl eingeschlafen, weil er mich nach der 50.zigsten Runde durch die Uniklinik bereits kannte. Gegen 07:00 kam dann die Nachtschwester rein um mir die OP-Bekleidung und die Beruhigungstablette zu bringen. Die Beruhigungstablette habe ich allerdings nicht genommen, da ich sie eh wieder erbrochen hätte. Das hat die Schwester dann auch auf dem Notizblatt für den OP vermerkt, dass ich die Einnahme verweigert habe, da diese Beruhigungstablette schon zur Narkose zählt, und ich somit mehr Narkosemittel benötige, als mit Beruhigungstablette. Ich war kurz vorher noch zum rauchen unten. Denn wie soll ich in so einer Situation auf das rauchen verzichten? Mir gings echt übel, essen und trinken ging so gut wie gar nicht. Da blieb mir als einziges das rauchen. Und da der Narkosearzt am Sonntag Abend gesagt hatte, das es nicht wirklich schlimm ist wenn ich rauche, ich es aber bitte vor der OP erwähnen soll, damit die Narkose entsprechend drauf eingestellt werden kann. Die reagierte fast schon geschockt und ging direkt zum Telefon um Dr. Rie. anzurufen. Die erzählte ihm, das ich geraucht habe und ob es nicht vielleicht möglich wäre mich unter lokaler Betäubung zu operieren. Da war es wieder. Ich sollte schon wieder unter Vollnarkose operiert werden. Und nur weil ich geraucht habe, vor der ersten OP habe ich übrigens auch geraucht es aber nicht gesagt, will man mich nun unter lokaler Betäubung operieren. Die Narkoseärztin fragte dann, ob ich wehleidig sei. Ich antwortete mit einem lauten “Natürlich nicht!”… Natürlich bin ich wehleidig. Aber das wollte ich in diesem Moment nicht zugeben. Hätte ich mit ja geantwortet, wäre die OP bestimmt um einen weiteren Tag verschoben worden. Auch interessant ist es, das ich schon fast in Narkose liege und der Arzt, der mich operiert nur telefonisch erreichbar ist. Ich frage mich wo der gewesen ist. Ich würde doch mal vermuten, dass er bereits mit desinfizieren etc. beschäftigt ist und sich in einem Vorraum des Operationssaal auf die Operation vorbereitet. Aber er tauchte erst gefühlte 5 Minuten später im OP auf. Ich lag also auf dem Bauch, hatte bereits wieder eine Infusionskanüle in der Hand stecken und beobachte das Geschehen im Operationssaal in den ich jetzt hinein geschoben wurde. Das ist das erste Mal das ich einen Operationssaal von innen gesehen habe. Wie gerne hätte ich jetzt Fotos gemacht. Hätte ich sicher gewusst, dass ich keine Vollnarkose bekomme, dann wäre ich sicherlich mit fotografieren beschäftigt gewesen. 
Dr. Rie kam dann also und ich sollte trotz der lokalen Betäubung in einen leichten Dämmerschlaf versetzt werden. Das hat aber leider nicht so gut geklappt wie sich die Ärztin das vorgestellt hatte. Die lokale Betäubung setzte jedenfalls sehr schnell ein und ich konnte an den Gesprächen zwischen Arzt und Schwester hören, das die Wunde bereits wieder geöffnet war. Das hab ich auch daran gemerkt, wie die Fäden gezogen wurden. Damit haben sie nicht gewartet bis die Betäubung eingesetzt hatte. Das haben sie direkt nach dem setzen der Betäubung gemacht. Es hat eh schon sehr weh getan, wie mir die Betäubungsspritzen in den Rücken gepickt wurden. Dann hätten sie mit dem ziehen der Fäden auch noch warten können.
Ich hab schon am Tag vor der OP angefangen zu fragen ob ich den Katheter vielleicht als Souvenir bekommen kann. Mehrere Schwester wie auch der Arzt meinten das das nicht geht wegen der Infektionsgefahr. Ich hab aber dann auch noch während der OP damit genervt und bekam ihn dann am Ende der OP auch aufs Bett gelegt. Dr. Rie. war irgendwie etwas mit meinen Fragen überfordert, die während der OP auf ihn einprasselten. Ja nun, so lange wie ich ihn da neben mir hatte, hab ich ihn in den letzten 2 Wochen zusammen gerechnet nicht gesehen. Da musste ich doch mal alle Fragen stellen, die mir so eingefallen sind. Bis er dann plötzlich während der OP meinte:
Herr Roth, jetzt halten sie mal die Klappe.
*lol*. ok dachte ich mir und bin ruhig gewesen. Jedenfalls fast. Obwohl es mir eigentlich sehr schlecht ging wegen der Nebenwirkungen des Morphiums, was bei mir ja am ausschleichen war, war ich doch ziemlich gut drauf während der OP. Das lag vielleicht auch daran, das ich die OP-Atmosphäre endlich mal sehen und erleben konnte. Ist schon anders als wenn man gar nichts mit bekommt.
Dann wars auch schon geschafft und die Wunde wurde zusammen genäht und verbunden. Ich kam dann noch für ca. 20 Minuten in den Aufwachraum und war dann auch sehr schnell wieder auf dem Zimmer, wo mich meine Freundin empfangen hat. Bei der möchte ich mich an dieser Stelle auch direkt mal bedanken. Das war echt sehr lieb von dir früh morgens nach Köln zu kommen weil es mir so schlecht ging. Und das wo du doch fast 150 km weit weg wohnst von der Uniklinik Köln. Und dann hast du auch während der OP im Zimmer gesessen und auf mich gewartet. Ich bin echt sprachlos was das angeht. Vielen lieben Dank dafür.
Tag 16: Tag der Entlassung
Dann begann mein letzter Tag in der Uniklinik. Obwohl mir eine Schwester gesagt hatte das ich jetzt wegen dem Entzug noch 2-3 Wochen in der Uniklinik bleiben soll. Da ich aber gefühlte 10 kg abgenommen habe und es mir einfach nur schlecht geht, möchte ich so schnell wie möglich nach Hause. Ich bleibe hier keinen Tag länger. Wenn die mich nicht entlassen hätten heute wäre ich einfach gegangen. In der Nacht war ich nochmal auf dem Weg nach unten um eine zu rauchen. Die Schwester, gerade auf ihrem Rundgang, fragte ob ich noch nen Wunsch habe. Ich zeige auf die Infusionsnadel in meinem Fuss. Sie rauft sich daraufhin die Haare, lässt dabei den Kopf hängen und sagt:
Nicht schon wieder!
Blöde Kuh. Wenn sie schon so blöd fragt. Denn ich wollte am Abend schon mal, das Infusionskanüle entfernt wird. Das hat sie aber verweigert falls ich noch mal ne Infusion benötige.
War die ganze Nacht wegen der Entzugssymptome wieder unterwegs und habe so bestimmt wieder 10 km zurück gelegt. Ich konnte aber auch nicht ruhig sitzen oder liegen. Und dann kam auch um kurz vor 08:00 Uhr endlich die Visite und Dr. Rie. sagte das ich nach Hause kann. Ich solle wegen dem Morphium-Entzug zum Hausarzt gehen, sie würden das in den Arztbericht reinschreiben, das der mir dann was verschreibt. Nicht mal eine Stunde später war ich reisefertig – hatte also alles schon gepackt und sass auf glühenden Kohlen, da mich eine Freundin abholen wollte. Am Nachmittag war ich dann endlich wieder zu Hause und hab mich erst mal auf die Waage gestellt. Am Tag bevor ich in die Uniklinik gefahren bin wog ich 77 kg. Die Waage zeigte jetzt nur noch knapp 71 kg an. Das heisst ich habe gut und gerne 6 kg abgenommen. Das hab ich auch schon an der Jeans gemerkt, die ich in der Uniklinik angezogen hatte. Die ist mir fast von der Hüfte gerutscht.
Da es Mittwochnachmittag war und kein Arzt mehr geöffnet hatte, musste ich am Abend wegen der Entzugssymptome den ärztlichen Notdienst kontaktieren. Dr. Sch. aus Alsdorf empfahl mir ein weiteres Fentanyl-Pflaster auf zu kleben. Ich hab nicht weiter drüber nachgedacht und hab ein 2. 50ziger Fentanyl-Pflaster auf meinem Oberkörper aufgeklebt. Das Zittern, die innere Unruhe und auch die heiß/kalt-Schauer ließen nach und somit war der Abend doch noch ganz ok. Am nächsten Morgen bin ich dann auf Grund der Nähe das erste Mal bei Dr. G. gewesen. Hab ihm das alles erzählt und auch das ich Morphium brauche. Aber irgendwie dachte er wohl das kann schon nicht so schlimm sein- Er hat mir nur Atosil-Tropfen aufgeschrieben. Auf Grund des Fentanyl-Pflasters waren die nächsten Tage auch kein Problem…
Dann kam ja der Samstag und ich bin fast zusammen gebrochen. Sogar ein zweites mal musste ich den Notdienst kommen lassen. Wie gesagt, es war der Notdienst und nicht der Notarzt. Hier die beiden Notfallscheine. Die Wunde sah dann erst so aus und nach dem ziehen der Fäden dann so.
Habe viele schöne Fotos in den 2 Wochen gemacht. Die schönsten habe ich in der Blickrichtungs-Galerie eingebunden. Zu finden unter blick.h75.de. Von Foto Nr. 245 bis Foto Nr. 286.
Info: Internetzugang
War die ganzen 2 Wochen in der Uniklinik Köln mit einem Websession Stick von Vodafone online. Das hat für 7 Tage inklusive 1000 MB Traffic stolze € 12,95 gekostet. Insgesamt musste ich 3x aufladen. Hab also 38,85 bezahlt. Denn beim ersten Mal waren die 1000 MB schon nach 4 Tagen aufgebraucht.
Hab aber ehrlich gesagt auch keine Zeit gehabt vorher nach dem billigsten Anbieter zu suchen, da ich erst kurz vor der stationären Aufnahme das Angebot bekam von einer Freundin das Laptop mit in die Uniklinik zu nehmen. Auch sie war da noch der Meinung, dass ich nur 10 Tage bleiben muss.
Fazit: Nie wieder
Teilweise sah es danach aus, als wenn ich mindestens 4 Wochen wenn nicht sogar 3 Monate stationär in der Uniklinik bleiben muss. Das war einer der beiden Gründe warum ich diese Behandlung abgebrochen habe. Der andere war halt die Wirkung vom Morphium. Das war ja reines Morphium was ich bekommen habe. Das wirkt im Rückenmark 100x stärker als wenn man es oral einnehmen würde. Auch wenn die Nebenwirkungen so vielleicht weniger sind. Aber ich hatte Angst davor, das ich jetzt noch mehrere Wochen im 2-Tages Rhythmus mit Übelkeit und erbrechen zu kämpfen habe. Denn wenn 5 mg nicht wirken, wie viel Morphium brauche ich dann? 5 mg intrathekal entsprechen etwa 500 mg oral…
Bin froh das ich das ganze hinter mir habe. Heute, fast 1 Monat danach, gehts mir super. Momentan teste ich ja mit Oxycodon und Oxygesic, ob sich die Schmerzen, die nach wie vor extrem stark sind, bändigen lassen. Es sieht aber nicht danach aus.
Auch die Narbe sieht mittlerweile echt gut aus.

Ich habe insgesamt bestimmt 20x versucht mit einem der Ärtze, Dr. Rie., Dr. Run., Dr. Rug. oder Dr. Koul. einen Gesprächstermin zu bekommen um mal richtig aufgeklärt zu werden. Alleine schon über die Dauer des Aufenthaltes in der Uniklinik. Bei der Visite, die fast maximal zwischen 20 und 60 Sekunden gedauert hat war dafür keine Zeit. Die meiste Zeit ging bei der Visite schon damit drauf, alle Studenten und Schwestern ins Patientenzimmer zu bekommen. Waren die gerade alle im Zimmer angekommen, gings auch schon wieder raus zum nächsten Patientenzimmer. Ich habe dann halt jedes Mal wenn ich einen Arzt gesehen habe gefragt. Dr. Run., der zuerst für mich zuständig war, hat nach dem 5. mal wo ich ihn gefragt habe zu mir gesagt:
Bitte wenden Sie Sich ab sofort an Dr. Rie.. Ich habe jetzt Urlaub und bin die ganze nächste Woche nicht da.
Das war eine Lüge, dreister geht es kaum. Denn er hatte keinen Urlaub. Ich habe ihn in der angesprochenen Woche fast mehrmals täglich auf der Stereotaxie gesehen und er hat nicht mehr mit mir gesprochen. Einmal standen wir sogar gemeinsam im Aufzug und ich hab ihn freundlich gegrüßt. Er hat noch nicht mal zurück gegrüßt. Kein Wort. Und er war jeden Morgen bei der Visite dabei. Dr. Rie. meinte ein paar Mal zu mir das ich doch einfach Geduld haben soll. Es würde halt nicht von heute auf morgen gehen. Er könne mir nicht sagen wie lange es dauert. Das wäre ja das besondere an dieser Art Behandlung, das es plötzlich eintreten würde. Ich habe übrigens 2 Leute getroffen, die auch eine Medikamentenpumpe bekommen hatte. Der eine hat sage und schreibe 5 Monate in der Klinik verbracht bis es tatsächlich gewirkt hat. Aber dann fingen die Pumpe irgendwann an Probleme zu machen. Ich weiß nicht mehr genau was für Probleme, ich weiß nur das er neue bekommen hatte.
Ach ja. Normalerweise wird die Pumpe im rechten Bauchraum eingepflanzt. Da ich Rechtshänder bin, habe ich mich gleich von Anfang dagegen gewehrt, das mir die Pumpe rechts eingepflanzt wird. Dr. Run. hat mich deswegen mal ganz blöd angemacht und meinte, das sie das entscheiden wo die hin kommt. Ne OP wäre doch kein Wunschkonzert. Das Problem ist nämlich bei mir, wenn ich die Pumpe genommen hätte, das die dann rechts stören würde, da ich z.B. den Wäschekorb oder auch eine Kiste Wasser gegen die Hüfte presse um die zu transportieren. Somit bestünde die Gefahr das ich die Pumpe beschädige. Da ich mich aber für einen Abbruch der Behandlung entschieden habe ist das eh egal. Wollte das nur noch dazu schreiben.
Und noch was wichtiges. Dies war eine Testphase für den Intrathekalem Katheter. Ich kann jederzeit entscheiden ob ich das Ding nicht doch noch haben möchte. Sollte ich mich tatsächlich irgendwann dazu entscheiden, werde ich zum einen eine andere Klinik aufsuchen und mich vorher vernünftig beraten lassen. Und das werde ich schriftlich festhalten. Damit es keinerlei Missverständnisse gibt.
Noch was? Ja!
Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen wkw- und Facebook-Usern entschuldigen, die ich mit meinem penetranten “Wer macht was”-Beiträgen genervt habe. Gerade bei den wer-kennt-wen.de Usern tut es mir sehr leid, da ihr ja quasi meine Nachrichten vors Gesicht geknallt bekamt. Darüber hatte ich vorher gar nicht nachgedacht, das man nach dem anmelden direkt diese Nachrichten aufgedrückt bekommt. Da ich selbst immer eingeloggt bin und auch unterwegs mein Firefox-Profil nutze, welches ich mir eingerichtet habe, sehe ich die Startseite gar nicht so oft, da ich für alle wichtigen Seiten Links in meiner Lesezeichenleiste habe. Erst nachdem mich einer aus meiner Liste blöd angemacht hat (Danke dafür!), obwohl ich zuerst sauer reagiert habe, habe ich mal nachgedacht und mich dann entschieden, diese Funktion nicht mehr so nutzen, wie ich es gerade während ich in der Uniklinik war gemacht habe. Ich schreibe das jetzt in meinen Blog. Hier kann jeder mitlesen der möchte…
Ich hoffe ich habe die richtige Reihenfolge erwischt und nichts vergessen. Sollte mir noch was einfallen werde ich diesen Beitrag nachträglich bearbeiten und die entsprechenden Stellen rot markieren… Ich habe so einen Bericht ja auch noch nie geschrieben. Aber es scheint mir das ich wohl ganz gut gemacht habe. Würde mich deswegen auch sehr über Feedback freuen.
//Nachtrag: An diesem Beitrag hab ich über die letzten 4 Wochen alle paar Tage mal dran gearbeitet. Ich hab den nicht in einem Stück geschrieben. Als ich heute dann in der Pause von einer Freundin informiert wurde, das er so ok ist, habe ich, noch während der Pause, auf veröffentlichen geklickt. Nicht das jetzt jemand denkt ich hätte den in der DAA geschrieben. Da hätte ich momentan gar keine Zeit zu, denn ich bin auf der Suche nach einer neuen Praktikumsstelle im Bereich Marketing…
//Nachtrag am 24.10.2010: Habe einige Fehler korrigiert.
Gestern und auch heute war ich bei meinem Sachbearbeiter dem Herrn S. von der ArGe Betzdorf. Leider waren beide Gespräche mit ihm nicht so erfolgreich. Gerade heute kam es mir so vor als hätte er gar keine Lust sich mit mir zu beschäftigen…
Gestern morgen das Gespräch war ok. Ich wollte zum einen meine Fahrkarte vorlegen, damit ich die Fahrkosten bis zum Ende dieser Woche erstattet bekomme, die ich die ja von meinem ersparten Geld gekauft (vorgelegt) habe. Denn ich kann leider nur für diese Woche das Geld für die Wochenkarte nach Siegen vorlegen. Ich benötige insgesamt aber 2 Wochenkarten. Und dann wollte ich einfach noch mal kurz mit ihm sprechen bezüglich der 2. Abmahnung so das er meine Sichtweise kennenlernt. Das Gespräch war aus meiner Sicht ok, auch wenn es mich nicht wirklich weiter gebracht hat. Er war auch relativ nett mir gegenüber. Ich meinte dann zu ihm, das ich jetzt so schnell wie möglich mit der DAA Siegen sprechen werde. Der Grund für das ganze Theater mit der Fahrkarte ist ja weil die ArGe mir die Fahrtkosten gestrichen hat, weil die DAA Siegen der ArGe Betzdorf gemeldet hatte, das ich unentschuldigt fehle, was ja nicht stimmt. Mag sein, das die AU vielleicht einen Tag zu spät gekommen ist, aber das ist ja nicht mein Verschulden… Außerdem steht es im Computer der DAA Siegen als entschuldigt drin, wie mir der Mitarbeiter der Verwaltung Herr M. vor ca. 2 Wochen bestätigt und gezeigt hatte. Nochmal: Im Computer der DAA Siegen steht drin, das ich entschuldigt gefehlt habe. Da steht nichts von unentschuldigt!!!!!!!!!
Hatte dann zwischenzeitlich mit Herrn W. von der DAA Siegen ein kurzes Gespräch bezüglich der 2. Abmahnung. Und auch auf eine mögliche Verlängerung der Umschulung habe ich Herrn W. angesprochen, da ich ja auf Grund meiner Phantomschmerzen relativ viel gefehlt habe. Alleine durch den Krankenhausaufenthalt entstanden so seit Ende August insgesamt 35 Fehltage. Jedenfalls behauptet Herr W., das er den Auftrag für die 2. Abmahnung vom Kostenträger, also der Arge, erhalten hat und ich bezüglich der Rücknahme mit der ArGe sprechen sollte.
Die ArGe hat uns Druck gemacht und gefragt warum wir dem nicht schon lange eine Abmahnung verpasst haben…
Das waren seine Worte. Die Abmahnung wurde erteilt, weil die Folge-Bescheinigung der Krankmeldung angeblich zu spät bei der DAA Siegen angekommen ist. Jetzt frage ich mich, wie kann da die ArGe Betzdorf ihre Finger mit im Spiel haben? Ich hatte bis einschließlich 22.09.2010 Zeit, die AU vorzulegen. An diesem Tag wurde ich aus der Uniklinik Köln entlassen und habe die Krankmeldung (Folgebescheinigung) auch erst bei der Entlassung einen Tag vor der Entlassung erhalten. Mein erster Gang nach der Entlassung gegen 11:00 Uhr war der zum Briefkasten um die AU einzuwerfen. Somit sollte die AU der DAA Siegen am 23.09.2010 vorgelegen haben. Die Abmahnung aber lag bereits am 24.09.2010 in meinem Briefkasten??? Das passt ja irgendwie nicht zusammen. Wenn sie Freitags in meinem Briefkasten lag muss sie ja bereits Donnerstags verschickt worden sein (datiert ist sie auf den 23.09.2010). Das heisst die wurde dann wahrscheinlich Mittwochs besprochen… Ich glaube ich werde mir einen Anwalt nehmen…
Heute morgen war ich dann nochmals bei meinem Sachbearbeiter bei der ArGe in Betzdorf um ihn auf das, was mir der Herr W. von DAA Siegen erzählt hat anzusprechen. Es hat erst mal ca. 20 Minuten gedauert, bis er mich nach der Anmeldung rein gebeten hat, obwohl weder andere Kunden im Wartebereich saßen noch jemand aus seinem Büro raus kam. Als ich dann endlich dran war, eine Freundin hat mich begleitet, hab ich natürlich gleich los gelegt, denn es ist mir wichtig, diese ungerechtfertigte 2. Abmahnung aus der Welt zu schaffen. Er blockte aber gleich ab und unterbrach meinen Vortrag. Er meinte, da er in der Zeit, als mir die Abmahnung erteilt wurde, in Urlaub war, könne er sich zu der Abmahnung nicht äußern. Er könne sich es aber nicht vorstellen, das der Auftrag von der ArGe kam. Wegen einer möglichen Verlängerung der Umschulung aus krankheits bedingten Gründen müsse er erst mit der DAA Siegen und seinem Teamleiter sprechen. Er würde sich bei mir melden. Bevor er aber zu seinem Teamleiter geht, wolle er erst mal bei der DAA Siegen anrufen um zu eruieren, ob eine Verlängerung in meinem Fall sinnvoll wäre.
Ja was denn nun? Die DAA sagt ich solle mit der ArGe sprechen und die ArGe sagt sie wolle die DAA fragen? Häää?
Ich meinte dann zu ihm also bin ich jetzt umsonst hier hin gekommen? Seine Antwort:
Ja richtig, da waren Sie jetzt völlig umsonst hier.
Wooosss??? Merkt ders noch? Ich habe letztes Jahr über 1 Monat wie blöd gekämpft und ihn fast täglich angerufen, damit die ArGe mir die Umschulung bewilligt. Jetzt hab ich aus gesundheitlichen Gründen viel gefehlt und jetzt denkt er, das mir die Umschulung scheiß egal ist oder wie? Oder was? Würde ich dann jetzt an 2 Tagen hintereinander bei ihm aufschlagen um eine Verlängerung von 6 Monaten durch zu boxen? Würde ich so viel Zeit investieren? Würde ich dann während ich noch krank geschrieben nach einer Praktikumsstelle suchen? Würde ich von meinem ersparten Geld eine Wochenkarte kaufen? Was denkt der sich?
Anmerkung: Herr S. sah irgendwie müde und fertig aus. Ich schreibe das jetzt nicht weil ich ihm mit diesem Beitrag eins auswischen möchte. Nein, ich schreibe das weil es tatsächlich so war. Er sah aus als wäre er kurz vorher erst zum Dienst erschienen. Ohne Witz! Meine Freundin kann das bezeugen. Es geht hier um meine berufliche Zukunft!!! Oder vergisst er das ich als schwer behindert angesehen werden muss (auch wenn ich es nicht bin)? Mir fehlt der linke Arm und ich habe es deswegen sehr schwer im von der ArGe so schön bezeichneten 1. Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Da sollte er doch ein wenig Verständnis für meine Situation aufbringen. Er kann gerne meine Phantomschmerzen für ein paar Wochen haben, dann weiss er das diese Schmerzen in meinem Leben LEIDER eine Hauptrolle spielen. Meint der es macht mir Spaß 6 Wochen krank zu sein und fast 5 Wochen nicht duschen gehen zu dürfen? Ich kann nichts dafür das meine Phantomschmerzen momentan so stark sind, das ich manchmal kaum laufen kann. Oder das mir die stechenden und brennenden Schmerzen die Tränen in die Augen treiben. Ich lege mich doch nicht aus Jux und Dollerei ins Krankenhaus und lasse mir den Rücken aufschneiden damit mir ein Schlauch ins Rückenmark geschoben werden kann. Ich hätte im Rollstuhl enden können wäre bei der OP etwas schief gegangen. Dieses Risiko nehme ich in Kauf, weil ich Spaß daran habe. Ist klar.
Ich bin jetzt 35 Jahre alt und habe bisher keine abgeschlossene Ausbildung. Eine Ausbildung zum Bürokaufmann habe ich 1994 begonnen um nicht arbeitslos zu werden. Damals wusste ich noch nicht so recht, was ich beruflich machen möchte. Deswegen hab ich einfach eine Ausbildung angefangen. Auch um meine Eltern nicht zu enttäuschen. Das der Beruf des Bürokaufmanns aber nichts für mich ist hat sich erst später raus gestellt. Deswegen hab ich die Ausbildung irgendwann schleifen lassen und bekam im Mai 1995 schließlich die Kündigung… Jetzt habe ich endlich eine Ausbildung/Umschulung, von der ich schon ca. 60% 66,67% geschafft habe, und nun will die ArGe diese beenden, weil ich krank war??? Insgesamt kostet die Umschulung die ArGe rund € 13.000,-. Würde diese jetzt um 6 Monate verlängert werden, würden die Gesamtkosten auf etwa € 16.000,- steigen (schätze ich mal). Und jetzt will die ArGe das bereits bezahlte Geld in den Sand setzen? Auch hier sieht alles danach aus, als wenn ich mir einen Anwalt nehmen muss um vors Arbeitsgericht zu ziehen. Was das alles an Geld kostet kann ich nicht sagen. Nur ich sehe nicht ein, das die bereits investierte Zeit und auch die Kosten einfach nur den Bach runter gehen. Denn mit Verlängerung hätte ich spätestens im Februar 2012 eine abgeschlossene Ausbildung und wäre somit raus aus der Hartz4-Gefangenschaft….
//Nachtrag: Die Uhrzeit hab ich vergessen. Wir waren um ca. 08:20 Uhr da, sind um 08:35 Uhr ins sein Büro gebeten worden. Da wären mal locker 20 Minuten Zeit gewesen, sich der Sache anzunehmen. Außerdem hätte ich auch sicherlich den Termin den er um 09:00 Uhr hatte abgewartet um danach dann weiter zu machen…