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- Jul 19, 2008: 5-Finger-Blog von Hollii » Badewanne
duschen
27. November 2006Gestern in der Dusche wäre ich beinahe ausgerutscht bin ich in der Dusche ausgerutscht. Und zwar auf die linke Seite.
//edit: Ich bin ja ausgerutscht. *Koppschüttel*
Die Dusche ist eigentlich eine Badewanne. Ich stand mit dem Gesicht zur Wand, seitlich in der Badewanne. Ziemlich breitbeinig, da ich mich ja nicht festhalten kann. Die Ablage am Rand der Badewanne befindet sich, wenn ich so stehe, links von mir. Dort wollte ich den Waschlappen greifen und bin dabei mit dem linken Fuss weggerutscht. Ich konnte mich grad noch abfangen und mit meiner rechten Hand an der Stange, an der die Dusch brause befestigt wird, festhalten. Sonst wäre ich mit dem Kopf genau auf den Rand der Badewanne geschlagen, dort wo sich der Drehgriff für den Abfluss befindet.
Mein Puls ging sofort nach oben, da mir das währenddessen bereits bewusst wurde. Und ich hatte genau die Reaktion. Nämlich mit rechts nach einer Haltemöglichkeit zu suchen. Links hat sich bei mir absolut nichts getan. Also von wegen dem Reflex, das ich versuche, mich mit dem linken Arm abzustützen. Nichts war.
Das hat mir zum ersten mal so richtig deutlich bewusst gemacht, das es links nichts mehr gibt, was mir in so einer Situation weiterhilft.
Das erinnert mich gerade an eine Situation, die ich 1991 im Krankenhaus in Bochum erlebt habe. Ein paar Tage nach der Arm-Amputation hat mir meine Schwester einen Gameboy mit gebracht. Im Bett, mit nur einer Hand damit zu spielen, war jedenfalls kein Problem. Habe den einfach zwischen die beine gelegt, die angewinkelt waren. Irgendwann, ich war Tetris am spielen, ist der Gameboy nach links weggerutscht und ich wollte den mit links auffangen. Ich habe ausgeholt, so wie man es mit dem Arm machen würde und habe voll ins leere gegriffen.. Der Gameboy ist natürlich runtergefallen.
Nun ja, wie dem auch sei. Ich werde in Zukunft nur noch mit einer Matte in die Dusche steigen. Die hab ich zwar noch nicht, aber die wird umgehend angeschafft. Mal sehen, ob das eventuell die Krankenkasse übernimmt. Denn schliesslich geht es da um meine Gesundheit.

Kommentare/Trackbacks zu “duschen”
Ich glaube Hollii, das Gehirn stellt sich nach einer gewissen Weile um, wenn ein Körperteil nicht mehr gebraucht wird, dann vergisst das Gehirn, dass da mal was war. Mir ging es im KH auch mal so, als ich in der linken Hand eine Krücke hatte und mit “rechts” die Tür öffnen wollte. Da habe ich kapiert, dass ich in Zukunft erst die Türen öffnen muss und dann die Sachen in die Hand nehmen, die mit durch müssen, das gleiche gilt wenn man was in den Schrank legt. Mit der einen Hand etwas tragen und mit der anderen die Tür öffnen geht nun nicht mehr. Es sei denn man benutzt den Fuß oder das Kinn (oder den Stumpf, falls möglich).
Die noch vorhandene Hand dominiert nun unser Tun und wird auch in Notsituationen alleine mobilisiert. Unser Körper hat sich sozusagen umorientiert und zum Glück auch schon automatisiert, sonst würde man noch öfters auf die Schnauze fallen oder ins Leere greifen, weil man sich wie früher auf zwei Arme verlässt. Das ist auch gut so, dass der Körper sich umgewöhnt, sonst wäre es wirklich frustrierend.
Und hat sich unser Handeln nicht auch dahingehend verändert, dass wir bei Aufgaben, die eigentlich zwei Hände bräuchten, die zweite Hand nicht unbedingt herbeisehnen sondern uns eher überlegen wie wir es mit dem übrigen Körpereinsatz bewerkstelligen können?
Ich denke, das ist nach all den Jahren einfach eine normale Entwicklung und wie ich finde auch sehr wichtig, wenn man den Verlust nicht immer so deutlich spürt.
Viele Grüße
Siringa am 6. Dezember 2006 [Link]
Duschen kann schon gefährlich werden.Ich bin kürzlich auch ausgerutscht und voll auf den Hintern geknallt.Zum glück knapp mit dem Kopf am Badewannenrand vorbei…
Peter Dusch am 29. Juli 2009 [Link]