Hab jetzt schon öfter Berichte über Jesse Sullivan gesehen und muss sagen, das mir das nicht so neu ist, wie die gerade tun. Bei meiner Prothese, die ich 1992 bekommen habe (~27.000 Euro) war auch nicht grossartig anders, als sie es heute sind. Damals war ich einer der ersten, die die moderne Prothese bekommen haben. Und ich habe die auch mit Kraft meiner Gedanken gesteuert. Mehr oder weniger. Ich musste nur denken, welche Muskeln ich bewegen muss, entweder vorne oder hinten. Die Technik der Prothese hat sich, soweit ich das sehe, auch nicht wirklich weiterentwickelt. Jedenfalls sieht es für mich so aus, als wäre das die gleiche Utah-Arm-Prothese die ich auch bekommen habe. Vor 14 Jahren. Lediglich die Steuerung ist neu. Genaueres würde mich interessieren.
Der linke Arm ist der mit der Gedanken-Steuerung. Der rechte Arm das ist nur eine rein mechanische Prothese.

Mit solch einem Gurtsystem war die Prothese bei mir auch befetigt, weil der Oberarm bei mir zu kurz ist für eine Befestigung. Sollte ich noch mal ne Prothese bekommen, werde ich mir die erstmal verlängern lassen. Von jetzt 6 cm auf mindestns 20 cm. Zur Not auch mit Stahl oder Metall..
Die Technik der Prothese, die er trägt (hier meine) ist jedenfalls ’steinalt’. Wie auch das mit den Elektroden. Bei mir funtionierte das so: 3 Eletroden vorne auf der Brustmuskulatur und 3 hinten auf dem Schulterblatt) die die verschiedenen Funktionen wie Arm strecke, Hand drehen, Hand öffnen und schliessen von der Bewegung der Muskeln abhängig machen, auf die diese aufgesetzt wurden. Bei mir waren das die Muskeln direkt an der Schulter. Hab ich vorne die Muskeln angespannt, bewegte sich der Arm entweder nach oben, die Hand drehte sich nach Links oder die Hand schloss sich. Hab ich die Schultermuskulator auf der Rückenseite angespannt, bewegte sich der Arm nach unten, die Hand drehte sich nach rechts oder die Hand öffnte sich. Die 3 Möglichkeiten konnte ich mit Hilfe des Oberarmstumpfes umschalten. Innerhalb des Prothesenschaftes war ein Schalter angebracht. Mit diesem schalter konnte ich also entscheiden, welche der 3 Funktionen ich gerade benötige. Alle 3 gleichzeitig waren nicht möglich.
Jedenfalls war die Prothese nicht sehr bequem und auch nicht gerade schnell. Kraft genug jedenfalls hatte sie. Zwar nicht mit den Einstellungen des Prothesen-Drs., aber mit meinen eigenen Einstellungen war die wohl sehr stark..
Bzw ist es noch immer, nur funktionieren die Akkus halt nicht mehr. Die Prothese liegt nämlich seit 1993 im Schrank. Details zu meinem Unfall gibts hier.
Kurzfassung: Im Winter zu kalt für die Technik, im Sommer ist die Haut zu verschwitzt für die Elektoden und im Herbst sollte man sie bei Regen auch nicht tragen. Solange sowas nicht wetterfest ist, nützt einem das nicht viel..
Und da mein Prothesen-Bauer 1993 oder 1994 insAusland angewandert ist (Dr. Blasel aus Münster), hab ich auch den Lieblings-Ansprechpartner in der Klinik in Münster verloren. Seitdem war ich nämlich nicht mehr da. Denn den Blasel mochte ich sehr.
Da der aber wohl so gut war auf dem Gebiet, hat der wohl nen besseren Job angeboten bekommen.
Um wieder zum ersten Boinik-Mann zurückzukommen. Ich finde dieses Thema ziemlich faszinierend.
Wenn ich mir nach 15 Jahren, die ich jetzt mit 1 Arm lebe, vorstelle, wie es wohl mit so nem Arm wäre, der wirklich nur durch die Gedanken gesteuert wird. so wie es bei einem normalen Arm auch der Fall ist, das wäre schon toll. Bis dahin ist es aber sicher noch ein weiter Weg.
golem.de/0506/38874.html
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