Neues Schmerzmittel

30. März 2008 | Kategorie: Phantomschmerzen

Momentan befinde ich mich in einer schwierigen Situation. Zum einen bin ich auf Schmerzmittel angewiesen zum anderen möchte ich nach all den Jahren mal wieder Schmerzmittelfrei sein, um eventuell auch andere Methoden ausprobieren zu können. Das geht aber nicht wirklich, da ich wirklich extrem starke Phantomschmerzen habe. So stark, das ich ohne Schmerzmittel bei jedem Schritt die Zähne zusammen beissen muss. Also ich kann kaum laufen so stark sind die Schmerzen in meiner linken Schulter. Wie ich meine Phantomschmerzen beschreibe, steht bereits an einigen Ecken hier im 5-Finger-Blog geschrieben. Benutze einfach die Suchfunktion und suche nach Phantomschmerzen, nur nach Schmerzen oder auch nach Schmerzpflaster, bzw. Schmerzmittel.

(1) Spiegeltherapie:
Vor ein paar Monaten wurde ich ja beispielsweise auf die Spiegeltherapie hingewiesen, die bei mir aber bisher nicht funktioniert. Zwar habe ich einen grossen Spiegel, vor den ich mich so hinstelle, das ich meinen rechten Arm spiegelverkehrt im Spiegel sehe. Und zwar in so einem Winkel, das ich den rechten Arm nur über die Spiegel sehen kann. Sprich ich sehe den Arm dann als linken Arm. Und zwar nur über den Spiegel. Selbst aus dem Augenwinkel kann ich den rechten Arm nicht mehr sehen. So stehe ich dann mal 15 Minuten, mal länger davor und versuche so meinem Gehirn klar zu machen, das mein linker Arm noch da ist… Weil momentan weiss mein Gehirn ja nicht, das der Arm fehlt. Und das wird es wohl auch niemals verstehen. Ausserdem habe ich keine Lust mich oder mein Gehirn zu verarschen!!! Dann kann ich auch gleich spiegelverkehrt leben….

Soll mal einer sagen, das menschliche Gehirn wäre schlau! Von wegen!! Wenn es wirklich schlau wäre, dann würde es merken, das der linke Arm nicht mehr da ist. Dann hätte ich auch keine Phantomschmerzen.

(2) Tens-Gerät:
Das nächste wäre ein sogenanntes TENS-Gerät. Ein Gerät, das mit einem MP3-Player vergleichbar ist, von der Form und Benutzung her. Es gibt 2 Kabel, an denen sich Elektroden befinden, die man mit Hilfe eines Gels auf die Haut klebt. Die Intensität und Impulsfolge können jeweils getrennt von einander eingestellt werden. Allerdings mag ich das irgendwie nicht. Zumindest als ich das vor 10 Jahren oder mal getestet habe. Zum einen müssen die Elektroden immer feucht sein zum anderen hat man ständig einen relativ grossen Kasten, den man quasi rund um die Uhr mit sich rumtragen muss.. Natürlich sollte man auch immer einen 9V-Block als Ersatz-Batterie mitnehmen.

(3) Operation:
Könnte mir vielleicht eine Operation helfen? Mein Unfall ist jetzt fast 17 Jahre her und seitdem wurde ich weder an der Schulter untersucht. Das einzige was ich nach dem Unfall wahrgenommen war eine 6 wichtige Reha zur Anpassung einer Prothese, die seitdem aber auch im Keller liegt. Weil sie zu unbequem ist. Im Sommer zu warm, im Herbst zu nass, im Winter zu kalt und dann hatte ich noch nicht mal ein Schultergelenk… Sprich ich konnte nur in Hüfthöhe Dinge greifen… Über Koppf oder mal was vom Boden aufheben war somit unmöglich.

(4) Dat mit den Nadeln..:
Dann gäbe es ja noch die Möglichkeit, es mit Akkupunktur zu versuchen. Allerdings habe ich das schon mal ausprobiert und ich bin davon gar nicht überzeugt. zumal ich keine Lust habe, mehrere Stunden pro Woche mit Nadeln im Körper in einer sterilen Arztpraxis rum zu liegen.

(5) Schmerzmittel:
Schmerzmittel sind momentan für mich die einzige Möglichkeit, Schmerzfrei zu leben. Auch wenn ich dadurch das Risiko eingehe, das eine oder andere Organ zu zerstören. Dann sterbe ich halt früher als andere Menschen. Hauptsache ich habe ein schönes, schmerzfreies Leben!

Denn eins sei mal deutlich ausgesprochen: Ich werde auch in den nächsten 50 Jahren mit Phantomschmerzen leben müssen. Ich möchte auf 50 schmerzfreie Jahre zurückblicken können. Denn sonst würde ich mich eher umbringen wollen, als 50 Jahre mit einem zum Teil extremen Stechen, Kribbeln und Brennen in der linken Schulter leben zu müssen (das fühlt sich teilweise so an, als würde in meiner Schulter ein Feuer brennen).. Allerdings möchte ich auch nicht jede Woche zum Doktor laufen um um Schmerzmittel zu betteln. Ich möchte gerne mal einen Vorrat bekommen. Am liebsten für ein Jahr oder so? Geht das? Was muss ich dafür tun? Ich laufe seit 1991 mindestens 1x im Monat zum Arzt um mir ein neues Rezept zu holen. Das kostet jedes mal die Praxisgebühr, die ich dank Hausarztvertrag mittlerweile nicht mehr bezahlen muss. Zusätzlich muss ich bei jedem Rezept 1 Euro 10 Euro dazu bezahlen, auch wenn ich nur 1 Tablette verschrieben bekomme… Darauf habe ich keine Lust mehr. Zum Glück muss ich pro Jahr seit kurzem nur noch rund 41 Euro dazu bezahlen. Denn seit 4 Monaten erkennt mich meine Krankenkasse als chronisch krank an! Seit 4 Monaten. Obwohl ich schon seit 17 Jahren in Dauerbehandlung bin!!!!!!!! :-x Ich möchte doch nicht 1/4 meines Lebens im Wartezimmer verbringen…. :-(

Bisher habe ich, seit etwa 3 Jahren, TranstecPro 52,5 µg/h benutzt. Das ist ein transdermales Schmerzpflaster, welches im 4-Tages-Rhythmus gewechselt wird. Allerdings habe ich oft etliche Stunden in denen ich Schmerzen habe, da ich oft nicht den genauen Zeitpunkt zum wechseln treffe. Obwohl genau das eigentlich wichtig ist. Dazu würde ich am liebsten ein weiteres Schmerzmittel brauchen, um wirklich rund um die Uhr schmerzfrei zu sein. Das Tranctec Pflaster bekomme ich einer 16-Stück-Packung, was maximal 16 x 4 = 64 Tage ausreichen würde. Allerdings geht dann ein Pflaster mal beim duschen ab, dann schwitze ich mal, so das es sich auch ablöst. Ein anderes mal verklebe ich mich, denn es ist nicht einfach, ein fast CD-grosses Pflaster auf den Rücken zu kleben, wenn man nur 1 Arm hat.. Ich komme ja nicht überall ran. Sprich ich hab mir schon so manches Pflaster auf die Hand geklebt oder es ist runtergefallen. Der Nachteil ist, sobald die Klebefläche 1x Hautkontakt hatte, klebt es woanders nicht mehr. So gehen von jeder Packung etwa 1-5 Pflaster drauf. Sprich es verkürzt sich um bis zu 20 Tage. So muss ich also fast monatlich zum Doc gehen. Dank des Pflasters bin ich von 700 Stunden im Monat etwa 400 – 500 Stunden schmerzfrei. Ich möchte aber am liebsten immer Schmerzfrei sein.

Letzte Woche kam mein Doc auf die Idee, mir mal ein neues Schmerzmittel zu verschreiben. Targin 20/10 µg/h Retardtabletten. Allerdings muss ich von den winzigen Tabletten, die gerade mal halb so gross sind wie ein TicTac, 6 Stück am Tag einwerfen um schmerzfrei zu sein. Das ist mir aber echt zu viel… 1 Tablette am Tag sollte reichen oder? Ich will ja nicht wie Dr. House enden, der immer 200 Pillen im Gläschen in der Hosentasche hat^^..

Die Titelfigur, Dr. Gregory House, dargestellt durch den britischen Schauspieler Hugh Laurie, praktiziert als Arzt am fiktiven Princeton-Plainsboro Teaching Hospital, einem Lehrkrankenhaus in New Jersey und ist während der dritten Staffel 45 Jahre alt. Er ist Spezialist auf den Gebieten der Nephrologie sowie der Infektionskrankheiten und außerdem Leiter der Abteilung für Diagnostische Medizin. House trägt äußerst selten Arztkleidung, benötigt wegen eines schlecht behandelten Blutgerinnsels und eines herausgenommenen Muskels in seinem rechten Bein einen Gehstock und ist aufgrund der damit zusammenhängenden Schmerzen stark abhängig vom als Antitussivum zugelassenen Arzneimittel Vicodin, das das Opioid Hydrocodon enthält. Wie es zu seinem Gebrechen kommt, wird in der Episode Drei Beine beschrieben. Er selbst sagt, dass er die Tabletten nur schlucke, weil er ein Schmerzproblem habe und nicht, wie einige seiner Kollegen meinen, ein Schmerzmittelproblem. Allerdings gibt er in der späteren Episode Tod aus der Wand zu, dass er süchtig sei, dies aber kein Problem darstelle, da er „funktioniere“. Am Anfang der dritten Staffel verliert House dank einer speziellen Behandlung seine Schmerzen im Bein. Dies hält allerdings nicht lange an.

Morgen befrage ich meinen Doc mal zu dem Schmerzmittel, welches Dr. House nimmt. :-D

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  1. 4 Kommentare/Trackbacks zu “Neues Schmerzmittel”

  2. Ich las deine Ausführungen mit großer Interesse. Mir wurde das Bein ab Mitte Oberschenkel amputiert. Nach ca 1 Jahr kamen die PhantomschmerzenIch bekämpfe sie mit wechselnder Dosis und Zusammensetzung mit: Zaldiar, Novaminsulfon (bis zu 65 Tropfen) und natürlich Oxycodon. Die Mischung machts. Ich bin zwar nicht schmerzfrei, aber nach der Eigenmedikation tritt binnen 30-40 min. die Wirkung ein und ich spüre fast nichts mehr. Ich hoffe, ich konnte dir helfen

    Josef

    Josef Lang am 6. September 2011 [Link]

  3. Hallo Josef. Zaldiar kenne ich gar nicht. Aber danke für deinen Bericht. Auf die Mischung kommt es an, ja. :-)

    Hollii am 6. September 2011 [Link]

  1. 2 Trackback(s)

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