Der Unfall aus meiner Sicht

Mit fehlt seit einem Verkehrsunfall 1991 der linke Arm. Für alle die wissen möchten, wie genau der Unfall passiert ist, habe ich hier alles aufgeschrieben.
(Unfallbericht, Polizeibericht, Zeitungsanzeigen).

Am 25. Oktober 1991 wurde ich von einem Güterzug der Westerwaldbahn (in Scheuerfeld in der Waldstraße) erfasst und mit dem linken Arm in der Kupplungsstange hängend, mehrere Meter mitgeschleift. Dabei wurde mir der linke Arm, bis auf etwa 5 cm, (ohne Witz!) abgerissen/abgebrochen (die Haut ist bis auf die Brust eingerissen). Der Lok-Führer bemerkte dies glücklicherweise und konnte den Zug zum Glück stoppen. Der zuständige Notarzt (aus dem Krankenhaus indem ich 1 Jahr zuvor ein Praktikum als Krankenpfleger gemacht hatte) war total mit dieser Situation überfordert. Denn mein Arm hätte man retten können, wäre ich rechtzeitig operiert worden. Aber wenn man erst nach Stunden merkt, das man doch kein Erfahrung mit solchen Verletzungen hat und mich dann mit einem Krankenwagen in ein 160 Kilometer entferntes Krankenhaus bringt, obwohl die nächste Spezialklinik nur 22 km entfernt ist, was will man dann erwarten. Aufgewacht aus der Narkose bin ich nämlich nicht im Westerwald/Siegerland sondern im Ruhrpott (Bochum, Bergmannsheil). Dort haben mich Spezialisten (Mikrochirurgen) ca. 6 Stunden operiert. Den Arm jedoch konnte sie auf Grund der verlorenen Zeit nicht mehr retten…

Nach 4 Wochen und einer Meshgraft-Transplantation (die obersten Hautschichten wurden vom rechten Oberschenkel mit einem Meshgraft Haut-Expansionsgerät abgehobelt, netzförmig auseinander gezogen und auf die linke Schulter transplantiert/aufgelegt/genäht) wurde ich aus der Klinik entlassen. Seitdem lebe ich nach dem Motto: Lieber ‘n Arm ab, als arm dran! (Schreibweise beachten!) – Denn ich habe den Unfall überlebt. Und nur das zählt.

Das einzige was mich wirklich stört sind die Phantomschmerzen. Stumpfschmerzen habe ich natürlich auch, aber die sind eher selten. Wenn ich die wirklich richtig auseinander halten kann. Deswegen benutze ich auch schon seit längerem transdermale Schmerzpflaster, die ich alle 4 Tage wechseln muss. Der Wirkstoff ist Buprenorphin. Das Medikament heisst: Transtec® PRO 52,5 µg/h. Mittlerweile bin ich von dem Betäubungsmittel runter und nehme nur noch” Katadolon S-Retard Long-Tabletten. Wobei ich demnächst mal auf was anderes umstellen muss, denn die Phantomschmerzen werden doch wieder stärker.

Eine Prothese, Kostenpunkt 1992: satte 53.000 DM bekam ich ca. 1 Jahr nach dem Unfall. Allerdings hat die mehr Nachteile für mich als Vorteile. Punkt 1 wäre da schon mal das unbewegliche Oberarm-Gelenk. Also ich habe zwar noch ein Stück Oberarm links, das ist aber zu kurz für eine Prothese ohne Schulter-Schaft und es zu lang für eine Prothese mit Schultergelenk. Daher konnte ich nur den Ellenbogen beugen und strecken, die Hand öffnen und schliessen und drehen. Mehr war nicht möglich. Leider. Daher liegt die Prothese seit 1992 auf dem Dachboden…. Ungenutzt.

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