Der Unfall aus meiner Sicht

Letztes Update dieser Seite am 19.08.2011 um 13:15 Uhr

Mit fehlt seit einem Verkehrsunfall 1991 der linke Arm. Für alle die wissen möchten, wie genau der Unfall passiert ist, habe ich hier alles aufgeschrieben – jedenfalls das was ich weiß…

- der Unfallbericht
- der Operationsbericht
- der Haustransplantionsbericht
- der Polizeibericht
- die Zeitungsanzeigen

Am 25. Oktober 1991 befuhr ich meinem Mofa die Waldstraße in Scheuerfeld und bin bei meiner Fahrt bergab unter einem Güterzug der Westerwaldbahn gestürzt und mit dem linken Arm in der Schwungstange hängend (die Stange die den Schwung auf die Räder bringt) mehrere Meter mitgeschleift worden. Es ist auch heute noch ein unbeschrankter Bahnübergang. Dabei wurde mir der linke Arm, bis auf etwa 5 cm, abgerissen (die Haut ist bis auf die Brust eingerissen). Der Lok-Führer bemerkte dies glücklicherweise und konnte den Zug nach einigen Metern stoppen. Da die Verletzung so schwerwiegend war und die Ärzte im Kirchener Elisabeth Krankenhaus mit der Situation überfordert waren, hat man mich mit dem Rettungswagen nach Bochum ins Bergmannsheil gebracht, wo der Arm dann schliesslich in einer ca. 6 Stunden dauernden Operation von Mikrochirurgen amputiert wurde. 2 Wochen nach der Amputation wurde bei mir eine Hauttransplantation durchgeführt. Haut wurde vom rechten Oberschenkel entnommen und auf die linke Schulter aufgebracht. Nach 4 Wochen wurde ich auf eigenen Wunsch aus der Klinik entlassen…

Ich war an diesem Abend auf dem Geburtstag von meinem Onkel. Von da aus bin ich dann mit dem Mofa aufgebrochen um zu einem Klassenkameraden zu fahren. Der hatte ebenfalls ne Party. Wie ich auch erst sehr viel später erfahren habe, waren noch einige Freunde und Bekannte von damals mit dem Mofa hinter mir. Ich bin also nicht direkt von meinem Onkel aus verunglückt sondern muss wohl noch mal Am Rundstück in Scheuerfeld gewesen sein. Von da aus ging es dann Richtung Ortsmitte. Bin vorne weg gefahren und links in die Strasse Am Dallen eingebogen. Die ist nur etwa 150 Meter lang und schon gings rechts die Waldstraße runter. Bis zum unbeschrankten Bahnübergang waren das auch nur noch ungefähr 200 Meter. Ich glaube das ich den Zug gesehen habe und dann eine Vollbremsung versucht habe. Dabei muss ich wohl seitlich mit dem Mofa gekippt und fast auf die Schienen gestürzt sein, so das ich mit dem linken Arm in die Schwungstange gekommen bin. Der Zug fuhr mit ca. 20-25 km/h. Etwa 15 Meter wurde ich mit dem Arm in der Kupplungsstange hängend mit geschliffen. Wie gut, das der Lokführer das Licht von meinem Mofa im Augenwinkel gesehen hat. Sonst hätte er den Zug bestimmt nicht gestoppt. Als meine Freunde am Bahnübergang ankamen lag ich schon da. Das ich nicht alleine unterwegs war wusste ich viele Jahre gar nicht…

die Waldstraße in 57584 Scheuerfeld @ Google Maps
57584 Scheuerfeld ca. 100 km von Köln @ Google Maps

http://maps.google.de/maps?hl=de&gl=de&q=scheuerfeld+waldstraße

Das einzige was mich wirklich stört sind die Phantomschmerzen…

Eine Prothese, Kostenpunkt 1992: satte 27.098,47 Euro (53.000 DM) bekam ich ca. 1 Jahr nach dem Unfall. Allerdings hat die für mich mehr Nachteile als Vorteile. Punkt 1 wäre da schon mal das unbewegliche Oberarm-Gelenk. Also ich habe zwar noch ein Stück Oberarm links. Daher konnte ich nur den Ellenbogen beugen und strecken, die Hand öffnen und schliessen und die Hand drehen. Mehr war nicht möglich. Leider. Daher liegt die Prothese seit 1993 auf dem Dachboden…. Ungenutzt. Für ein Prothese mit Schultergelenk hab ich zu viel Oberarm und für eine Prothese die am Oberarm ansetzt zu wenig. Ich komme mit nur einem Arm aber auch ganz gut zurecht. :-)

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